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Der Schwerbehindertenausweis

Ja, er ist abgelaufen. Hatte ihn etwa 8 Jahre in der Tasche getragen, und kaum eine Gelegenheit ihn mal zu zeigen oder dadurch einen "Nachteilsausgleich" zu bekommen, denn was da an Behinderung bescheinigt wird (für uns "nicht Rollstuhl Fahrer" ziemlich wichtig, weil der Mensch 95% seines Weltbildes über das Auge bildet zur not halt mittels Augweis, ähh.... Ich gebe offen zu, ganz selten hab ich ihn in die Frontscheibe des Wagens gelegt, wenn ich mich aufgrund schwerster akuter Symptome mal doch auf einen Behindertenparkplatz stellte, weil ich mit "G" wie "G-ehbehindert" halt noch kein Recht darauf habe, denn dass erfordert "aG" kurz für "a-ussergewöhnlich G-ehbehindert", wobei sich mir als erstes die Frage stellt worin sich die gewöhnliche von der aussergewöhnlichen ... närrisch irgendwie ... jedenfalls waren das Einzelfälle an denen ich auf "nicht erwischtwerden", "nur kurzes Blicken" oder die "stellen wir uns mal nicht so an - Kulanz" der Ordnungshüter hoffte, und an Tagen, an denen es mir gut geht, ich uneingeschränkt laufen kann, würde ich einen solchen Parkplatz nicht nutzen, selbst wenn ich das "Recht" darauf hätte, wobei das "warum" wohl nur "Betroffene" verstehen, es würde sich zumindest in irgendeiner Form wieder ausgleichen ;-)

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Jetzt, wo ich mir endlich Hilfe von Aussen suchen wollte, zum Beispiel beim Lebenshilfewerk, da brauchte ich den Wisch, und er musste gültig sein. Die Adresse des Versorgungsamtes hatte ich ja noch in den alten Anträgen und Schriftwechseln von 2004 und ein kurzer Check im Internet zeigte: jo, die sitzen noch dort ,in Linderbach. Also den ebenso einfach online zu findenden PDF Antrag mit Ausfüllmöglichkeit runtergeladen, ausgefüllt, ausgedruckt, Foto bei, Adresse auf den Großumschlag, und ab damit, sah so aus:

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dazwischen kommen dann noch einige Seiten zu den Symptomen und den Ärzten bei denen man in Behandlung war oder ist, ... wichtig ist nur noch das letzte Blatt, da steht das Datum. 12.11.2012

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Zauberei hatte ich nicht erwartet, auch nicht die gesetzlich eigentlich für jedes Antrags- oder Widerspruchsschreiben vorgeschriebene Eingangsbestätigung (damit man weiss ob die Mühle nur besonders fein mahlt oder die Post einen Wegverlust (was für ein Wort!) hatte.
Zwischenzeitlich tat ich mich aber (das macht man immer wenn die Symptome gerade besonders quälend sind) auf der Suche nach Geheimtipps in "Betroffenengruppen" bei facebook herum, nochmal eine andere Welt als die Betroffenengruppen in Foren, aber das ist mehr ein kommunikationssoziologisches Thema und gehört hier nicht her. Jedenfalls machten mich die Leidensgenossen anhand ihrer Erfahrungen noch auf dies und das aufmerksam, was diesen Ausweis aus einem netten Zertifikanzzettel in eine echte Hilfe verwandeln würde. Ich ergänzte also meinen Antrag entsprechend:

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So, da schickt mir eine Frau Weigel aus Gera an einem Tag zwei Briefe (natürlich in zwei Umschlägen), ohne sich überhaupt mal vorzustellen und mir, da ichs ja offenkundig nicht weiss, sonst ... jedenfalls mal zu erklären was die zweifelhaft schöne "Otto-Dix-Stadt-Gera" (Sowas wie "AOL-Arena-Hamburg" oder "Gerry-Weber-Stadion-Halle-Westf." ??) Briefe in der Angelegenheit meines Behindertenausweises schreibt.
überhaupt, mein Antrag vom 12. November des Jahres davor war ja garnicht formlos, haach was hab ich das kleine süsse WindowsXP Hündchen schnüffeln lassen nach irgendwas Formlosem und mit dem Versorgungsamt zu tun hätte, es fand alle Schriftwechsel des Erst-Antrags von 2004 aber sonst, nix. Allenfalls meine Ergänzung vom 16.Januar, die wird sie doch nicht meinen ? ...
... aber man scheint den vollkommen formhaft ausgefüllten Antrag vom 12.11. dann irgendwie ja doch noch gefunden zu haben, ich jedenfalls habe das neuerliche Exemplar nicht ausgefüllt und nie zurückgeschickt, hab aber auch nie mehr dazu etwas gelesen und war ja schon am 06. März für die gemeinsame Beantwortung eines Fragebogens zur Symptomlage aus Gera mit meiner Hausärztin(ihrersprechstundenhelferin).
Und dann zogen wieder die Tage ins Land, also dachte ich: frag doch mal nach, Du hast die ganze Nacht Zeit, frag doch mal ausführlicher, mach Dir mal viel Mühe, sähe, und Du wirst ernten:

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Wie hatte ich gesagt: ? "mach Dir mal viel Mühe, sähe, und Du wirst ernten" .... aaaahh ja.

gera

Okay, okay, ... wenn ich was gelernt haben sollte dann doch Geduld und Ausharren. Und in den meisten Fällen hilft ein solch dezenter Hinweis eben doch, wie damals, als mir das Sozialgericht Gotha eine dreijährige Wartezeit auf einen Termin versprochen hatte, Nachfragen und Schreiben würdens nur verschlimmern, und dann doch relativ schnell Zeit fand, als ich mich eben nicht an das Schweigegebot hielt, sondern sie in netter Regelmässigkeit mit Erinnerungen und Sachstandsanfragen bebriefte.
Auch hier kam jetzt relativ schnell das Ergebnis:

gera

Ja, da liest man richtig. "INHALTSGLEICHE" Briefe. Wer will denn sowas haben, zumal wenn es sich um einen doch ganz persönlichen Schwerbehinderungsstatusbescheid handelt. Und zweitens: ja, auch die Otto-Dix-Stadt Gera hat "die Sache mit der Post" auf dem "freien Markt" ausgeschrieben und sich für denjenigen Anbieter entschieden, der nach eigenem Werbeaufdruck auf meiner Amtspost der allerbilligste ist. Also fast unter Ganrantie eines von jenen Unternehmen, von denen mittlerweile jeder Narr wissen sollte, dass sie ihre "Kampfpreise" auf dem Rücken der Menschen austragen, die eben die Briefe austragen, und trotzdem noch selbst batzenhaft Gewinn r-austragen. Soviel, dass es auch mal für Freundschaftsgeschenke reicht, wenn eine Stadt entscheidet wer in Zukunft "das mit der Post" macht, statt der Post. Seitdem die übrigens gar kein Staatsunternehmen mehr sind, sind natürlich die allermeisten Zusteller auch keine Beamten mehr, und "amtliche Zustellungen" damit gar nicht geschen, oder nichtig, wie man sagt. Aber egal. Mal sehen wie man am Schreibtisch in Gera über meinen Zustand und die Berechtigung zu gewissen Buchstaben die Erleichterungen bedeuten beschieden hat:

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Und dann noch auf einem Extra-Blatt, hier mal das leere vom A4 abgeschnibbelt:

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Und das folgende als Beilage dann halt noch zum Vorlegen bei der Verkehrsbehörde der Stadt Weimar, oder irgendwie so ..., ich hab´s noch nicht so richtig kapiert was dass nun ist, wenn´s die die Erlaubnis in Notfällen auf Behindertenparkplätzen zum Stehen zu kommen ja nicht sein kann, denn die ist ja eigentlich an dieses "Merkzeichen aG" gebunden, dass man zwar quasi automatisch bekommt wenn man vom Motorradfahrer zum Rollstuhlfahrer wird, aber nicht, wenn man manchmal weniger als 100 Schritte laufen kann, weil die Kraft fehlt, oder weil man vorher dringend eine Keramik mit Wasserspülung braucht. Aber genau letzteres ist da quasi als "Grund" angekreuzt. Ich bin gespannt wo ich das am Ende hinbringe und was das für einen Effekt haben wird:

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Nun also erstmal zeitnah hübsch machen, auf eigene Kosten ein Foto von mir machen lassen, und mal sehen ob tatsächlich auch die neuen Behindertenausweise Checkkarten sind, und nicht mehr so "Bullen" wie kürzlich noch mein abgelaufener aber immerzu gültiger ...

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