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jan donner ist ein radio gewesen? JA; VIELE!

cover BEWERBUNGS DEMO FÜR "JUMP FM" 1999

Track 1
Schmeichelintro

HÖREN mp3 1.65 MB
Track 2
Aircheck-Cuts

HÖREN mp3 3.55 MB
Track 3
Produktionen

HÖREN mp3 4.92 MB
1982 ...etwa... erwachte mein Berufswunsch: Radiomoderator. Es war an den dunklen Wintermorgenden, an denen ich viel zu früh aus dem Bett geholt mich für die Schule fertig machte, und NDR 2 mit gehöriger Lautstärke aus den Lautsprechern der Wohnzimmeranlage die Versorgung des Hauses mit regelmäßigen Zeitansagen übernahm. Bärige Männerstimmen, immer einen 'flotten Spruch' auf der kessen Lippe, und ich dachte, das ist definitiv ein noch traumhafterer Beruf, als Feuerwehrmann oder Müllwagenfahrer: ich werde Radiostimme. Nicht unbedingt die am frühen Morgen, aber soweit ich schon mitbekam sendete Radio im Gegensatz zum Fernsehen auch damals schon rund um die Uhr. Ich kann nicht mehr genau sagen ob es das Gefühl war, den Menschen etwas zu sagen zu haben, oder die Vision von später, von Kindern, die sehr stolz auf ihren Vater sind, den alle kennen und der sie mit seinem Jaguar (XJ 2.Serie) von der Schule abholt ... ich bin Löwe mit Schütze Aszendent, da darf man solche Gedanken haben...
So etwa hatte ich´s mir vorgestellt, dies ist allerdings eine Fotomontage

1985
hab ich wohl zum ersten mal mit einem Freund die eine um andere "Bewerbungs-Kassettte" aufgenommen, indem wir einfach einen Kopfhörer in die eine der beiden Mikrobuchsen seiner oder meiner Kompaktstereoanlagen von Schneider aus dem Quelle Katalog steckten, woraufhin auf einer z.b. linken Spur noch Musik zu hören war, während man auf der anderen schonmal eine coole Abmooderation, oder das was man mit ungefährt 11 dafür hält ... auch die ersten "Produktionen" sind durch möglichst witzige neue Dialoge aus Fragmenten mitgeschnittener Funkspots, Nachrichten und normaler Radiomoderationen auf diesen mit Doppelkassettendeck ausgestatteten Kombigeräten gemacht, indem man spulte und spulte und Schnipsel für Schnipsel von Tape B auf Tabe A überspielte, wobei auch oft ein hübsches Knacken als Trenngeräusch entstand, was die Flüssigkeit des ganzen sehr eindämmte und wohl nur für den ein Ohrenschmaus war, der mehrere Tage damit verbracht und sich die alters- und technikgemäss grösstmögliche Mühe gab. Als die CD erkennbar vom Medium der Zukunft zur Technik der Gegenwart geworden war, bekam ich (ich glaube zum 13. Geburtstag ?!) auch eine neue Kompaktanlage mit CD-Player, Plattenspieler, wieder 2 Tapedecks, inzwischen hatten wir auch raus wie man die "vom Discman© zum Autoradio" low-power Sender mit einem CB-Funk-Booster erheblich verstärkt und einen Dorffunk und Liveschaltungen vom Bushaltehäuschen machen konnte, und wir sandten auch tatsächlich diese "Bewerbungs-Kassetten" gleich mehrfach an den regional zuständigen NDR (Privatfunk war ja noch nicht), aber es kam nie eine Antwort, nichtmal ein "nett" und ein paar Aufkleber, einfach garnix, was man für ein Unternehmen mit fünfeinhalb Tausend Mitarbeitern von denen Statistisch jeder pro Jahr Eine Minute und 12 Sekunden Programm macht - im Jahr! - wohl als ziemlich uncool bewerten darf.
1987 mit der Euphorie und dem "Welt komm lass Dich erobern" Mut des 13. Geburtstags dachte ich dann, dass es wohl eh das Beste sein würde, ich machte selbst einen Sender auf, kann ja so schwer nicht sein. Ein Gedanke, der komplett auf pubertärer Naivität und Größenwahn wurzelte, und gleichzeitig auf Angst davor, dass es da einen gäbe, der sagt: Du kannst das garnicht richtig. Aber es wurde ein wunderschöner dicker Antrag auf Erlaubnis als echtes Radio bei der Staatskanzlei Niedersachsens mit eigenen zwei Fingern getippt, auf der alten gelben Erika DDR-Reiseschreibmaschine meiner Eltern, das ganze schön mit Buntstift-Schaublättern von Programmschema und Stundenuhr etcetera ergänzt (ja ich war 13, aber inwischen gab es nicht mehr nur die Holländischen Sender oder den schwimmenden Piratensender Caroline bei Überreichweiten je nach Wetterlage oder RTL auf Mittelwelle, die alle ein ganz anderes Programm machten als die "Pop-Welle" NDR2, die man noch nie beim Autofahren hören durfte weil man dann einschläft (es sei denn es war "Willem, der Bär am Rohr", jetzt gab es frisch auch vor der Haustür R.SH, ffn und Radio Hamburg. Und meine Intuition und der Verstand gingen mit 13 schon so weit, dass ich wusste das zu einer Konzipierung eines "geilen" Radiosenders dieser Kram ebenso gehört wie ewiges Geschwafel über die Definition der Zielgruppe, des Journalistischen Selbstanspruchs, der Marktnotwendigkeit, ... und intern eine Marketingabteilung, Promotionabteilung, und und und ... Obwohl doch sehr leicht zu erkennen sein musste, dass dieser Antrag von einer noch nicht ganz geschäftsfähigen Person kam, gab es doch eine nette, ernstgenommene und ganz ausführliche Antwort aus der Staatskanzlei in Hannover, mit der Erklärung, warum es mit dem Lokalfunk in Niedersachsen noch nicht ginge, das keine Frequenzen zur Ausschreibung zur Verfügung stünden, noch kein Gesetz bestehe. Ich könne mich dann, wenns mal so weit kommen sollte, gerne an der dann stattfindenden Ausschreibung der Sendelizenz beteiligen. Aha, so also sind die Verfahrenswege ... danke nochmal an die netten Beamten der Staatskanzlei. Like!
1990
Hier sieht man mich vor dem Sender (also dem eigentlichen technischen Gerät, das den Strom in Radiowellen für die Abstrahlung über die Antenne umfitzelt irgendwie) im Fernsehturm Hamburg

Hatte ich mir inzwischen mit jeder Menge Technik die ich mir mit Scheisseschaufeln in einer Pilzfarm erarbeitet und grösstenteils bei Neckermann gekauft hatte, sowie jeder Menge Pressholz Fichte furniert, dass mir mein Vater gesponsort hatte (und das war auch nicht billig) eine Art Studio in mein Zimmer integriert, einen Nachbau des Radio Hamburg Studios um genau zu sein, also jedenfalls war das die Vorlage, konnte mit der Studer Ausstattung und der Massarbeit von VideoPlus (die waren deren Erstausstatter) natürlich nicht mithalten. Da standen locker 120.000,- Mark in jedem der drei Sendestudios ... aber natürlich nutzte ich auch fleissig das nicht ganz so toll aber trotzdem hoprofessionell und nicht gerade "billig" ausgestattete Studio des Offenen Kanals in der Stresemannstrasse in Hamburg Altona. Gleichzeitig war das ein echtes Ausstrahlungsmedium mit Publikum, wo man stundenweise - einfach so - Radio machen konnte, und auch Fernsehen, was ich auch mal ausprobiert hab, aber dafür ist einfach mein Nasenbein zu schief. Offene Kanäle sind eine Erfindung gewesen, um Demokratische Kommunikation zu ermöglichen, aber meist wurden und werden sie doch nur von Möchtegernmoderatoren (wie mir) mit Kopien kommerziellen Funks gefüllt, auf was man meist auch verzichten könnte, aber manchmal hörte man dort auch welche üben, die es später in die "richtigen Radiosender" schafften und fortan von "Radiomoderator" ganz gut leben konnten. Das war damals die Zeit, als Radiosender noch vor allem Leute einstellten, die es schon konnten oder durch ganz herausragendes Talent auffielen, nicht durch eine willige Verfügbarkeit für jeden Schnull für ein Honorar, das den Namen gar nicht mehr verdient. Ich versuchte es - mit nun 15 Jahren - und jetzt auch mit noch mehr Ahnung der Vorraussetzungen erneut, einen eigenen Sender aufzumachen, und suchte diesmal erst Verbündete, die ich schnell davon überzeugen konnte das es sich wirtschaftlich lohnen könnte, und stellte dann einen Lizenzantrag in der Ausschreibung der Hamburger 100 Watt Frequenz 97,1 MHz, auf der zuvor zweimal das Projekt Radio KORAH Pleite ging. Einer der Mitbewerber in dieser Ausschreibung war der legendäre Willem (Wilken F. Dincklage),
Der Bär vom NDäR

dessen Programmkonzept nicht nur zufällig den gleichen Namen trug, wie meins, wir passten auch sonst so gut zusammen, dass wir unsere Anträge fusionierten. Der Mann wusste nicht wie alt ich war, schätzte mich, wie sich Wochen später beim Arbeiten in seiner Produktionsfirma zufällig herausstellte, auf Anfang Zwanzig, ... genauso wie Antje Winter, seine Assistentin und rechte Hand.
   
 
   
1991 Durch die jetzt entstandenen Kontakte in die wirkliche Profiliga, jobbte ich zunächst in allen Ferien und and längeren Wochenenden in Schwerin bei 'RMV', was dann später zu 'NDR1 Radio MV' wurde, in der Nachrichten- und Magazinredaktion, weil da der Bedarf so kurz nach 'der Wende' komischerweise besonders groß war. Nebenbei fing ich an bei Radio 107 in Hamburg zu agieren, bis nach einer viel zu kurzen Weile plötzlich und überraschend das Klingelschild und das Programm gewechselt wurden, und dieser Sender fortan als AlsterRadio Schlager abstrahlte, aber ohne jene Mitarbeiter die unter 35 waren. Da man hier selbst für die Technik verantwortlich war, hätte man auch nicht mal den Ton abdrehen und rein "nach Rotlicht" moderieren können, wie es beim NDR Landesprogramm möglich war, denn da kümmerten sich gleich mehrere Techniker um den Sendebetrieb, als Moderator brauchte man wirklich nur das Maul auf und zu zu machen... So nahm ich aus dem mit "bedient Euch" zur Plünderung freigegebenen Musikarchiv sehr leckerer Funk und Soul Platten, meist in limitierten Sonderpressungen, was ich erwischte und beware diese noch heute wie einen Schatz (tief vergraben in meiner Habe). Der Tag der angekündigten Lizenzvergabe war endlich herangekommen und noch am Vortag war die letzte Version von "CityRadio 97eins", als Fusion mehrerer Bewerber und Zusammenarbeit mit der von der Uni-Hamburg geplanten "Rundfunkschule" in der Zeit als der aussichtsreichste und nach ihrer Meinung wünschenswerteste Kandidat beschrieben worden, but the winner was: JazzWellePlus, ein Minoritätenradio, das wie schon in München ein automatisiertes Programm mit einigen Freiwilligen machen wollten, und stündlich einfach die BBC Nachrichten in Englisch übernahmen, ... Stabiltät wollte die Hamburgische Anstalt für neue Medien durch die Entscheidung für den Lowbudget Sender angeblich garantieren, manche sagten, es läge daran das ein Teil der Gremiumsmitglieder der Anstalt selbst aktive Jazzer waren, es war jedenfalls dann doch nix für den Hamburger Markt und seit langer Zeit wird auf der Frequenz eine NRJ-Franchise-Filiale betrieben... Damals also "nur noch" für das Radio im Neuland der BRD, aber meiner alten Heimat tätig, nahm mich eines Tages der Funkhausdirektor in Schwerin beiseite und sagte meine Jugendlichkeit würde viel besser nach Rostock passen, zur Ferienwelle, einem frischen Familienprogramm, das es bereits seit den 60ern immer nur in den Sommermonaten an der Ostseeküste gab, und das nach Plänen der NDR Hörfunkfirektion in in den nächsten zwei Jahren schrittweise in einen Jugendsender (das heutige N-Joy-Radio) verwandelt werden sollte.
1992 Das erste von zwei spektakulären Jahren in Rostock, bei einer Welle, die sich kaum an Regeln halten musste. Wir sendeten von morgens um sechs bis abend um acht für Leute aller Altersschichten, die freiwillig oder unfreiwillig "Ferien" hatten. Wenn das Thema gut war, dann durfte ein Beitrag auch mal 15 Minuten lang sein, wenn man sich traute, dann konnte man die Morningshow mit 'HellsBells' von ACDC beginnen und den damals kurz populären Andreas Elshols aus Schabernack direkt hintenran spielen. Der Hörerzuspruch war schier unglaublich. Erstmals wurde auch bis Dezember durchgesendet. Beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu arbeiten war damals eine verdammt geile Sache. Man hatte nicht nur (wie bei anderen Sendern auch) immer genügend Feuerzeuge und T-Shirts, quasi alles ging irgendwie auf Spesen, sogar meine erste Tätowierung HÖREN.
1993
... und der liebe Klaus Urban
im Hintergrund Thomas Grothe

Nach der Winterpause ging es im Frühjahr wieder los, und unter dem Wissen, dass dies das letzte Jahr dieses Programms sein würde, wurde es zu einem sehr spektakulären Programm. Die einen hatten Nichts zu verlieren weil ihre Verträge sowieso ausliefen, die anderen gaben alles, um unter denen zu sein die am Ende in das neue Projekt oder zu einer anderen Welle (gerne auch zum Fernsehen) übernommen zu werden. Es gab viel mehr Möglichkeiten als Regeln, selbst an die sonst in öffentlich-rechtlichen Anstalten für das Redaktionspersonal aus tarifrechtlichen Gründen absolut verbotenen technischen Anlagen durfte ich ganz nach Wunsch, konnte meine eigene Musik in den Studios aufnehmen und hab mir in der nächtlichen 5 stündigen Sendepause, in der wir das Programm von NDR2 übernahmen, in der Senderegie MixTapes für meine Freundin anfertigen, wenn ich nicht schlafen konnte. (Eines Nachts hab ich dabei aus Versehen den Schlüssel für die Senderegie mit nach Hause genommen, was morgens zu einem 20 minütigen Sendeloch führte und mich ein Sektfrühstück für die Manschaft kostete, danke noch heut für Deine Nachsicht, Birgit). Das hat schon Spaß gemacht, auch die vielen Interviews mit Menschen wie Joe Cocker, Phil Collins, Peter Maffay, von denen dann auch einige auf NDR2 liefen, und Begegnungen mit meinen eigenen Helden wie Fury, Karat, Prince ... die Möglichkeit als Mann einmal 4000 hysterisch hormonisierte Frauen bei den California Dreammen zusehen zu können, und für all das fürstlich bezahlt zu werden. Alles was man tat und sogar fast alles was man aß, ging auf Spesen, wie gesagt, es war eine wilde, wunderschöne Zeit, vor allem als ich kurze Zeit nebenbei bei Deutschlands erstem Rocksender, alpha radio in Schleswig-Holstein, auftreten durfte, bis irgendein Briefkastenbesitzer den Sender teuer verklagte, da sein Briefkasten auch schon alpha radio hieß, weshalb der Briefkasten fortan wieder allein so heißen durfte und der Sender stattdessen alle Plakate, Aufkleber, Tassen, Tshirts und was Radios sonst noch gern bedrucken in die Tonne hauen musste und unter der Bezeichnung delta radio nochmal einen nun sparsameren Neuanfang machte. Das es die Ferienwelle beim NDR trotz des großen Erfolgs nur bis Ende Oktober geben sollte, um danach die Wellen erstmal geparkt zu halten und dann zum Jahreswechsel in ein Jugendprogramm zu verwandeln war ja lang beschlossene Sache und somit unumstößlich, ein paar Kollegen blieben auch und wurden mit umformatiert, ich nicht. Ich wollte eigentlich meine Praxis noch mit Theorie unterfüttern und entweder auf die Henry-Nannen-Schule gehen, was mir dann aber doch zu anstrengend erschien, oder ein Volontariat beim NDR machen, damals aber war es ein Hindernis, dass ich nicht bis zum Abitur in der Schule ausgeharrt hatte, und als dann etwas später diese Regeln geändert wurden, und ich - in Schwerin geboren - als Ossi auch ohne Abitur dann doch noch gedurft hätte, da wollte oder konnte ich dann nicht mehr.
1994 liess ich mich erst von VIVA casten um dort ein HeavyMetal Magazin zu VJen, sah dann aber gerne davon ab, da es kaum mehr Geld dafür geben sollte als mein Auto an Benzin für die Strecke dorthin verbraucht hätte und ja wirklich nicht zu ahnen war, dass das mit dem Musikfernsehen doch noch was wird in Deutschland, und für 'musicbox' wohl einfach die Zeit noch nicht reif war ... stattdessen tüdelte ich erst noch ein paar Monate so herum, vergnügte mich beispielsweise beim Jobben in der RockDisco, überlegte ob ich nicht auch Wasserschutzpolizist werden könnte und hab sogar erfolgreich den Eignungstest gemacht, dann wieder wollte ich doch weniger von Wasserleichen und Zollvergehen als von starken Autos umgeben sein, und dachte dran eine KfZ-Lehre zu machen. Dann fuhr ich einen Monat noch Großcomputer mit nem LKW durch die Gegend, auch mal eine Erfahrung, aber da zu sitzen, Kilometer zu fressen, neee... der dritten Einladung der zuvor schon erwähnten Antje Winter - jetzt die Promotionchefin von Antenne Thüringen - doch mal dort in Weimar vorbeizuschauen, da der Sender dringend einen (guten) Moderator bräuchte, folgte ich dann also. An dem Tag, an dem eigentlich nur mein Vorstellungsgespräch geplant war, saß ich stattdessen gleich auf dem Sender.
Wie sich herausstellte brauchte man aber ebenso dringend einen Produzenten, und da ich mich ja auf diesem Gebiet auch schon in Rostock und Hamburg ein wenig betätigt hatte, wurde ich für diesen Job auch gleich genommen. Diesmal war es kein Sender, der wußte, dass sein Ende bevorsteht, sondern einer, den es gerade erst seit einem Jahr gab, und der noch auf der Suche nach sich selbst HÖREN war. Es gab wiedermal viele Möglichkeiten und einen Chef, der wiederum viel zuließ: Stephan Halfpap. Bei mir jedenfalls, ich durfte frei Schnauze und spontan die Musik wählen die ich spielte, durfte Telefontalks mit Hörern in einer Dauer führen, die es erforderlich machte das 4minütige Musikbett bis zu 5mal neu zu starten, ich brachte wieder das Kampfschaf Horst als Studiotier mit (bis ich mitbekam das es beim nachbarländischen hr3 Programm ebenfalls ein Schaf namens Manfred gab, dass ohne Neid ebenfalls ein großes Moderationstalent war und nunmal länger im Mitteldeutschen Äther graste. Für alle anderen half ich mit Kräften das neue Format umzusetzen, das Stephan Halfpap für den Sender entwickelt hatte. Der Erfolg, im Ganzen, wie auch mit meiner persönlichen Abendshow war ganz erstaunlich und es machte wirklich riesigen Spaß jeden Tag 12 bis 16 Stunden zu arbeiten (mein Rekord liegt übrigens bei 72std am Stück, aber das hatte direkte gesundheitliche Folgen).
1995
Frank Brachvogel, Sina Peschke, ich

kam es dann im April zwischen Stephan Halfpap und mir zu einem lustigen Missverständnis, das wir - beide nicht ohne Stolz und Eitelkeit, wie es im Radio sein muss - lange nicht ausräumten. Es ist schnell erzählt. Ich wollte an einem Donnerstag Abend meine Sendung abgeben, um mal bei hr3 live dabei zu sein, wenn Frank Seidel die "Hitparade International" abfeuert, das wollte ich Stephan kurz vor meiner Montagssendung so mitteilen was aber nicht ging, weil er telefonierte... so kam er zu mir ins Studio, schon im Mantel an und das dicke Chefschlüsselbund in der Hand, und fragte, was ich denn gewollt hätte. "Ich kann Donnerstag nicht senden, ich will zu hr3!" sagte ich, ohne mr darüber klar zu sein, was für eine Bedeutung aus diesem Satz zu lesen war, wenn man von selbst kein "Seidel-Fan" ist und den Zusammenhang natürlich sofort herstellen könnte. Erst fiel ihm das Kinn herunter dann flog das Schlüsselbund in meine Richtung, und später, reflektiert, konnte ich sagen, ich hätte genauso reagiert, ... damals aber begriff ich nicht, warum Stephan explodierte und mich vor die Wahl stellte zu senden, oder gar überhaupt nicht mehr... bockig wie ich war, saß ich am Donnerstag nicht nur im hr3 Studio, sondern auch auf der Bandmaschine, als Herr Seidel von dort ein Musikbett abfahren wollte, aber das ist eine andere Geschichte.
Statt aber um Aufklärung und Versöhnung zu ringen, war es mir lieber, dass der selige Thomas Stein HÖREN mir half in der Produktion von Radio Hamburg anzufangen, einem meiner absoluten Gralsorte des Privatfunks. Der mir heilige Rainer M. Cabanis setzte sich mit den füßen auf dem Stuhl auf den Tisch und nahm meine Produktionen ab, welch köstlicher Moment des Stolzes, oder dem berühmten Dr. Thomas Walde mal zu sagen, dass man von redundanten Monologen über Raucher, deren Diebsahl am Arbeitgeber wegen der Rauchpausen und ihrem garantierten Exitus durch Lungekrebs, duchaus davon ausgehen kann an Arschkrebs zu verenden, das war ein köstlicher Moment der Insubordination, ... Trotzdem produzierte ich auch noch für Antenne Thüringen. Mit Neil Quinton hatte ich in den Central Sound Studios in Hamburg im Jahr 1993 schon einmal Jingles für die NDR Ferienwelle aufgenommen, so wurden wir jetzt wieder ein Team bei der Aufnahme der neuen (ersten handgemachten) Verpackung für Antenne Thüringen HÖREN im Juli 95. Hiervon inspieriert wollte ich mich zum Aufbau eines Comedy und Verpackungsproduktionsstudios in Hamburg mit zwei Partnern zusammen tun und nahm dafür einen üppigen Kredit auf, den ich dann allerdings stattdessen aufessen musste, weil mich ein Tunichtgut in einen kräftigen Autounfall verwickelte, aus dem ich mit deutlichem gesundheitlichen und großem materiellen Schaden hervorging, nebenbei erwähnt die erste Geschichte, die Zweifel an der Vernünftigkeit des Deutschen Rechtssystems schürte. Da bei Radio Hamburg sehr viele talentierte Menschen arbeiten wollten, war es durch die unglücklchen Umstände nicht möglich dort in einem Umfang tätig zu sein, der eine Lösung für die Situation bedeutet hätte, also kontaktierte ich im September mal auf Verdacht den besser zahlenden Mitbewerber von Antenne Thüringen - mdr life - da ich dachte, dass ich mir dort eine lange Selbstvorstellung vielleicht sparen könnte. Und tatsächlich, schon im Oktober moderierte ich hier die DriveTime Schiene, wie man das Nachmittagsprogramm eines Radios intern zu nennen pflegt. Das war keine so schöne Erfahrung, zwar auch eine Menge sehr netter Menschen zum kennenlernen, an die man teilweise heute noch gern und oft denkt, aber die Gesamtathmosphäre war einfach gruselig. Erst hieß es "machen Sie was Sie wollen" dann wieder "ganz anders" ... klarere Anweisungen kamen nicht und Verständnis für die speziellen Kunsteinlagen, zum Beispiel mal einen Tag mit Kaugummi im Mund moderieren, konnte man auch nicht aufbringen. Also für ich, da es ja nicht weit weg war, nach meiner Sendung nach Weimar um mit den Kollegen von der anderen Welle zu trinken. Eines Tages lernte ich dann die damals neue Programmchefin Inge Seibel kennen, und sie mich. Sie fragte sich, wer dieser ungepflegt in Lederklamotten quer über den Schreibtisch der Nachrichtenredaktion lümmelnde Typ sei, als sie aus Ihrem Büro kam. Ich hatte es natürlich nicht nötig mich genauer vorzustellen, sie hatte von mir gehört, und da war bereits nicht nur von Genie sondern vor allem auch von Wahnsinn die Rede gewesen, weshalb sie mir diesen flegelhaften ersten Eindruck schnell verziehen hat, und ich eine ganze Weile die Ehre genoss, sie Freundin nennen zu dürfen. Ach so, ich war ja noch bei mdr life. Inzwischen war November und ich bekam von Antenne Thüringen den Projektauftrag das Weihnachtsprogramm zu verpacken und im Dezember war ich tatsächslich auf beiden Programmen zu hören. Nachmittags verabschiedete sich Jan Donner im Leipziger Studio des DreiLänderSenders von den Hörern und begrüßte sie am Abend als "Michael Schöfisch" bei Thüringens erstem Privatsender von neuem. Ich machte dann bei mdr life noch die Sylvestershow und hinterließ, nicht ganz die feine Art, dem Chef einfach einen Zettel, das ich fortan nicht mehr kommen würde.
1996
Ert, ich und Bernie
hatte sich nämlich trotz Privatsender auch mein Gehalt in einem passablen Rahmen eingependelt, ich konnte mich kreativ ausleben, durfte mir ein Produktionsstudio nach meinen Wünschen ausbauen lassen, in dem ich fortan den allergrößten Teil meiner Zeit verbrachte, wenn ich nicht mit Kollege Jörg Gänsler mit unserer RadioShow über die Dörfer Thüringens und angrenzender Länder zog oder sonstwie auf Bühnen das Volk belustigte. Eines Tages trat Inge Seibel an mich und Gunnar Töpfer heran, und sagte, die Gesellschafter würden es gern sehen wenn sich unser Programm an einem Preisausschreiben beteiligte, bei dem es um die Leistung des Rundfunks bei der Förderung des Zusammenwachsens der beiden deutschen Staatshälften, ... wir hatten drei Monate Zeit einen preiswürdigen Beitrag zu dem Thema abzuliefern, und schon am Abend vorm Einsendeschluss zogen wir uns ins Studio zurück, kamen um elf Uhr des nächsten Vormittags wieder heraus und bekamen dafür schlussendlich unter Schirmherrschaft von Kurt Biedenkopf aus den Händen von Helmut Markwort und Gunter Emmerlich 'Die Antenne in Bronze'
Preisverleihung in Leipzig: ich, Gunnar Töpfer, Helmuth Markwort

überreicht. Ich würde ja gern das Meisterwerk hier präsentieren, aber sowohl Gunnar, als auch ich haben das Klangdokument unauffindbar verkramt, wird sich schon irgendwann wieder anfinden. Jedenfalls: Alles war super, bis
1997
etwas anders werden musste. Ich ging einfach den Weg des geringsten Wiederstands, also zur Konkurrenz. Nicht zu der öffentlich rechtlichen, denn da war noch der Chef, der wohl rein menschlich nicht so wirklich gut an mich zurückdachte, noch am Ruder (verkauft heute übrigens auf erschreckende Weise Werbezeiten) ... also die andere Konkurrenz. Die noch heute ausgerechnet "Landeswelle" heißt, was aber nichts mit Tsunamis zu tun hat, aber mit was sonst, weiß auch keiner) damals untertitelte man sich als "das gute Laune Radio". Dafür waren die Gesichter im Team alle ganz schön frustriert, bis auf das des Chefs, der sich ganztags kaputtgrinste, weil er wie sich später herausstellte viele kreative Nebenvorteile aus seiner Tätigkeit zog, sein Konzept ohne Anstrengung aus der näheren Umgebung zusammenklaute und selbst nur noch mit etwas 'wir sind stolz Ossis zu sein' besoßte, ... zwar hab ich auch dort Menschen getroffen, die ich auch noch heute mag (Daniel Ebert beispielsweise), aber im Ganzen wars da, haaach ich kanns garnicht in Worte fassen, ... da ging ich da lieber nach etwa dreieinhalb Monaten nicht weiter hin, und vertrieb mir etwa ein halbes Jahr die Zeit mit anderen Dingen, recherchen im Leben und der Welt. Am Ende des Jahres war ich dann wieder Mitarbeiter der Konkurrenz, also
1998
nun wiederum Antenne Thüringen, wo Inge Seibel-Müller inzwischen wegen frischer Mutterschaft durch Sina Peschke vertreten wurde.Zwar ging ich nicht mehr OnAir, sondern war stattdessen StationVoice und OnAir-Designer, was man großteils auch von Zuhause aus machen konnte, obwohl ich nach Vorlage eines sauberen Drogentests sogar unter Aufsicht wieder in den Sender durfte, schliesslich musste ich auch an den Konferenzen teilnehmen und die Moderation instruieren, mit welchen Floskeln man immer noch Marktführer bleiben konnte.
1999 entwickelte ich also Aktionen, Slogans und Gewinnspiele, weswegen (unter anderem) dem leidigen mdr life annährend sämtliche Hörer abhanden gekommen waren. Die noch Verbliebenen waren wohl mit den Mitarbeitern verwandt, diesen freundschaftlich verpflichtet oder einfach vollkommen anspruchslos
... die hohe Leitung des Mitteldeutschen Rundfunks beschloss, etwas ganz ganz Neues zu versuchen. Im Irrglauben, der trotz technisch schwieriger Empfangbarkeit noch erstaunlich große Hörerkreis von SPUTNIK wäre dem Können des Chefs - und nicht wie in Wahrheit: trotz des Chefs, einer genialen Mannschaft von Enthusiasten und der Nostalgieträgheit der Hörer - geschuldet, machte man ihn kurzerhand zum 'ZweiWellenChef'. Er behielt die Kontrolle über das Jugendprogramm und bekam den Auftrag ein neues Spätjugendprogramm auf die Beine zu stellen. Vom Höreindruck den man bei SPUTNIK bekam und der Ankündig das Programm würde vor allem "jumpig, jumpig, jumpig!" machte ich voll Vorfreude auf neue Möglichkeiten also das oben zu hörende Demo, brannte es auf CD und fuhr es mitten in der Nacht nach Halle, zur nagelneuen und wirklich prächtigen gläsernen Hörfunkzentrale. Am Vormittag sprach mir der eben beschriebene Michael Schiewack auf den Anrufbeantworter, am nächsten Tag unterzeichneten wir in Halle den Vertrag über zwei Jahre täglich Jan Donner von 19 bis 22 Uhr.
 
 
 
2000
HÖRENklick und hör
Neues Jahr, neuer Sender. Obwohl der sehr Howard Stern Film schon fast drei Jahre alt war, und man denken sollte, JEDER der im Radio arbeitet hätte ihn gesehen und sich über Szenen wie "WNNNNNNBC" gefreut, und darüber, dass in diesem Film über wahre Ereignisse der freie Geist gewinnt, kannte "Mischko" wie manche ihn zu nennen pflegten diesen wohl nicht, und übte wirklich die korrekte Aussprache von "Jump (Pause) F! M!" - so, dass man das Soundlogo darin vermuten können sollte - und machte es begeistert immer wieder vor. Die ersten beiden Tage kamen komplett aus der Vorproduktion, aber dann ging es los, allerdings nicht anährend so sprungfidel wie ich gehofft hatte, im Gegenteil, man kam aus dem Stand nicht einen Zentimeter weit, beim CvD musste man jedes Wort das man zu sagen beabsichtigte vor der Sendung anmelden, genauso wie jeden Tonschnipsel beim Sendepult, das dann erstmal die Audiofiles aus dem Zentralspeicher in Leipzig in seinen RAM laden musste. Mit dem spontanen, flexiblen, Adhoc-Radio wie ich es eigentlich immer zu machen pflegte (ich will mich ja jetzt nicht mit Howard Stern vergleichen, weil ich hoffentlich besser aussehe) hatte das nun aber auch gar nichts mehr zu tun. Man saß isoliert in einem kleinen spröden Raum, in dem der Brandschutz ohne Erbarmen über das Design gesiegt hatte, wo niemand begriffen hatte, dass Radio draussen nur scheppert, wenn es drinnen bunt und laut erzeugt wird, und dann musste man gefälligst in fünf Sätzen alles gesagt haben, was zu sagen war wobei Satz bereits mit 'Hier ist Jump FM, der neue Sound im Radio.' vorgeschrieben war und hintenraus ein weiterer für 'Jump FM, es geht noch lauter!' draufging, also immerhin drei Sätze zur freien Verfügung, bis auf die Tatsache, dass man in 3 der 5 Sprechzeiten pro Stundenprogrammuhr noch "Linercards" zu relativ unspektakulären lokalen OffAir Events (beim Sender mit einem der gößten Sendegebiete der Republik) oder glorreiche Gewinnspiele wie "10 VW Golf in 10 Wochen" zu begeistern hatte (für alle nicht-radioten: Liner-Cards sind Moderationsvorlagen mit Inhalten wie 'wie witzig ist doch unsere Morgenschändung' oder 'kommen sie in den Staumelder Club') - Nein, Herr Schiewack, das war sehr sehr enttäuschend weit entfernt von dem Radiomachen, dass Sie mir und dem Volk versprochen hatten. Der Arbeitstitel meiner Sendung 'Powerplay' bezog sich leider ausschliesslich auf die Musik, und so hatte ich fast jeden Abend die gleiche Musik zu fast gleicher Zeit, was bedeutet, man muss wochenlang die aktuelle Single von Madonna an- oder absagen, das verlangt noch mehr Tapferkeit als Kreativität.
Gott sei Dank wurde uns dann nach drei Monaten per einstweiliger Verfügung des Landgerichts Hamburg dann auf Antrag von "Jam FM" aus Berlin verboten, "Jump FM" zu sagen, und der Chor musste nochmal bei den JingleBoys ins Sudio um die Lücke im Soundlogo mit Claims wie "Jump - today", "Jump - and smile" oder "Jump - and fly" zu besingen, hauptsache kein Ostdeutscher verstehts und es hat zwei Silben. Aber mein eigener Vorschlag "Jump - and die" wurde leider nicht mit aufgenommen.
Es ist, wenn man bereit ist es so zu interpretieren, ein großes Kompliment, wenn der Umfang der eigenen Präsenz auf dem Sender und bei OffAir Aktionen schnell zunimmt, man zusätzliche Sendugen bekommt (wie die Smile&Fly AirPlay Charts HÖREN (die im restlichen Bundesgebiet von Arabella Kiesbauer präsentiert wurde, nur bei Jump von mir, denn Arabella Kiesbauer, das geht im Radio wirklich überhaupt nicht, da geht der ARI an, wenn Du verstehst was ich meine) ... nicht nur das man in diesem Klangbeispiel hört, dass ich mit dem ablesen der aus der Münchner "Redaktion" vorgegeben Texte und das über was sie handelten nun das 20 Mark Niveu der Radioprpsitution erreicht hatte, ich machte es halt leider auch so angenehm hörbar, dass es schnell wieder so weit war, dass ich 28 Tage ohne freien Tag auf Sendung verbrachte, manchmal gleich mehrmals am Tag. Das schlaucht schon einen gesunden Menschen. Ich allerdings hatte ja nebenbei noch Einiges, was meine Kraft mehr und mehr verzehrte, was schlussendlich dazu führte, dass ich mich häufiger kurzfristig krank melden musste, oder auch mal eine halbe Morningshow verschlief, weil die Nacht ihren Preis forderte. Als öffentlich-rechtliche Anstalt wäre der mdr eigentlich verpflichtet gewesen auf mein Handycap einzugehen, für das ich schliesslich rechnerisch zu 240% schwerbehindert eingestuft bin (faktisch geht natürlich nicht mehr als 100%), allerdings tat man das nicht, sondern teilte mir mit, dass für dieses Programm verlässliche Verfügbarkeit (wobei das Übermaß der Anforderung nicht beachtet wurde) vor der Qualität oder Kreativität käme, und ich somit nicht mehr in die Programmplanung miteinbezogen werden könne, ... so war ich im November 2000 vorerst letztmalig live im Radio zu hören gewesen, ohne mir dabei dessen bewusst gewesen zu sein. Schade eigentlich, sonst hätte ich mich auf jeden Fall gehörig hörbar verabschiedet, mit einem Donnern sozusagen.
... seit 2001 war ich nur noch hier und da mal als Stimme einer Werbung oder einer Dokumentation in Funk und Fernsehen wahrnehmbar, kam aber auch immer mehr zu dem Schluss, dass mein Schicksal vielleicht nicht zufällig, und die Teilnahme an dem was da überwiegend einfach nur furchtbar ist, man auch nicht mehr wirklich verantworten könne. So suche ich mir sehr sorgfältig aus, an welchen Projekten oder Produktionen ich mich heute und in Zukunft noch beteilige. Ich bin sehr froh und dankbar, dass ich das Radio noch zu seinen allerbesten Zeiten erleben durfte, ...
  ... und meinen Herzlichsten Dank mit tiefer Verbeugung, an alle Menschen, die mir viel geholfen oder verziehen haben, und die mir nicht nur Kollegen, sondern Freunde waren und bleiben. Ihr wisst wen ich meine !
  ... und es gibt ja das Fratzbuch
   
  words in my mouth, someone told me to say
they go unspoken, my mind gets in the way
i hold my tongue, save my soul,
true to myself, and stand gold ...

   
 
2011 hnaHoppla, wie ist denn das passiert? Ich bin wieder zu hören, und zwar 24/7 alle paar Minuten. Als Stationvoice eines kleinen niedlichen regionalen Internetsenders, betrieben von einem Zeitungsverlag und gemacht von ehemaligen (und nun ja wieder) Kollegen, die auch in der Zwischenzeit Freunde waren. Da die in Kassel sitzen und ich in Weimar is aber nich so schön mit "An der Kaffeemaschine in 2 Minuten?" Anrufen wie zu den Zeiten, als wir noch bei einer bestimmten Welle gemeinsam und bei verschiedenen Wellen im grossen mdr Hörfunkklotz in Halle tätig waren. Auch hat ich beim "Ja" sagen zu dem verlockenden Angebot, sich mal wieder professionell (wenn auch in kleinstem Rahmen) zu präsentieren und zu hören, völlig vergessen dass zum Stationvoice Job auch das Sponsoring-Sprechen dazugehört (wirklich nicht dran gedacht, einfach zu lange raus) und so kamen schon Sachen die zu sprechen nicht sooo viel Spass machten wie andere (die Rollenspiele für die Verpackung z.b. vor der ich mich zunächst fürchtete weil sie mir Charaktere von Giseala aus Göttingen bis Herbert, den Rentner aus Herford, und noch unzählige schrullige "Pseudo-Hörer-Figuren" mehr, abverlangte, aber im Nachhinein bin ich auf den Teil recht stolz und frag mich schon, wer sonst noch alles in mir steckt... dass das erste Sponsoring, also das wo der Groschen bei mir fiel, ausgerechnet e.on war, ein Konzern, der just ein paar Tage vorher unberechnigterweise bei mir und meiner Familie den Strom ab- und nur gegen Zahlung einer horenden durch Fiktion und Fantasie ermittelnden Summe wieder angeschaltet hatten (bzw. hatte ich es erstmal selbst gemacht, war ja erstens unberechtigt, und zweitens ... ach hör doch auf... ) jedenfalls genau zu dem Zeitpunkt wo ich noch überlegte einen Zivilrechtlichen Prozess auf Schadenersatz gegen diese verbrecherischen monopolistischen Abzocker und Saugwanzen der Gesellschaft (wie einst Tessla glaube ich, dass überall genug Energie vorhanden ist, nicht nur in Dosen, aber nur die Dose lässt sich an einen Geldzähler hängen) ... genau zu dem Zeitpunkt musste ich voller Inbrunst und mit freundlichster Stimme sagen, das e.on so nett ist den Song der Stunde zu präsentieren, oder war´s das Wetter, das wär ja nochmal ein extra Gag ...