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Echt GEKig ?!

Der normale und vorgeschriebene Weg ist also zu einem Arzt zu gehen und sich eine ordentliche Verordnung zu holen für all die Dinge von denen man nicht selbst einschätzen kann ob sie gut für einen sind oder sogar heilsam. überraschenderweise gehört der saure Stoff den wir alle in der richtigen Dosis zur Aufrechterhaltung des Lebens benötigen, zumindest wenn er rein in Flaschen gefüllt und somit zu einem medizinischen Hilfsmittel veredelt wurde.

Früher gab es noch die Möglichkeit, dass der Arzt seinen Patienten zu Hause aufgesucht hat, wenn es diesem nicht möglich war zur Sprechstunde in die Praxis zu kommen. Das wird aber heute nicht mehr einzeln abgerechnet und lohnt sich daher leider nicht mehr. Zumindest in Thüringen muss man sich nötigenfalls gegen Aufpreis an den Notarzt wenden.

Ich brauchte also dringend Sauerstoff in Flaschen und konnte nicht zum Arzt gehen, also hoffte ich das meine Krankenkasse mir direkt angesprochen helfen würde:

 

Von: Jan Donner
Gesendet: Montag, 21. November 2005 08:41
An: GEK Erfurt (per Fax und per Email)
Betreff: Eilige Bitte um Hilfe bei Sauerstoffbeschaffung

Von: GEK Erfurt [mailto:erfurt@gek.de]
Gesendet: Montag, 21. November 2005 - 10:34
An: Jan Donner
Betreff: Antw: Eilige Bitte um Hilfe bei Sauerstoffbeschaffung

Guten Tag Herr Donner,
ich nehme Bezug auf Ihre heutige Mail.
Um die Möglichkeit der Versorgung mit Hilfsmitteln zu Lasten der gesetzlichen Krankenkasse klären zu können, ist eine ärztliche Verordnung zwingend erforderlich. Die Verordnungshoheit liegt beim behandelnden Arzt. Er stellt die medizinische Notwendigkeit durch die Ausstellung eines Kassenrezeptes fest. Erst dann besteht die Möglichkeit, eine Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse abklären zu können.
Für Ihr Verständnis danken wi im Voraus. Bei weiteren Fragen stehen wir gern zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Heidrun Vollrodt


GEK Erfurt
Lachsgasse 3
99084 Erfurt

Tel.: 0361/347460
Fax: 0361/3474633
e-Mail erfurt@gek.de
internet: http://www.gek.de

Von: Jan Donner" <jan@donner.com>
Gesendet: Montag, 21.11.2005 12:45
An: GEK Erfurt
Betreff: AW: Antw: Eilige Bitte um Hilfe bei Sauerstoffbeschaffung
Sehr geehrte Frau Vollrodt,

leider kann ich kein Verständnis für Ihre Antwort haben, da ich in dem
Schreiben auf das Sie sich beziehen bereits dargelegt habe, das und warum
ich keinen behandelnden Arzt habe und ich aufgrund der Spezifität meiner
Erkrankung(en) keine Sprechstunde aufsuchen kann.
Ich bat Sie, mir einen Arzt zu vermitteln, der im Rahmen von Hausbesuchen
solche bürokratischen Notwendigkeiten erledigen kann.

Die VERORDNUNG des Sauerstoffs erfolgte im Januar 2000 durch
Prof.Dr.Dr.Dipl.Psych. Hartmut Göbel, Uni-Kiel, und besteht aufgrund
bisheriger Unheilbarkeit dieser Krankheit noch immer.

Sauerstoff ist bei Clusterkopfschmerz KEIN HILFSMITTEL im Sinne Ihrer
Typisierung, sondern ein ANALGETIKUM, ein Medikament zur Kupierung der
Attacken des von der Deutschen Migräne und Kopfschmerzgesellschaft so
genannten "Suizidkopfschmerzes". Der Bedarf ist nach Publikation der
genannten Facharztvereinigung immer als absoluter NOTFALL zu betrachten.

Nach Ihrer jetzigen Antwort bin ich gezwungen bei der nächsten schweren
Attacke einen NOTARZT herbei zu rufen, damit ich von diesem dann Sauerstoff,
und falls möglich Ihr gewünschtes "Kassenrezept", erhalte.
Sie wissen, das dies mit erheblichen Mehrkosten verbunden sein wird.

Mit freundlichen Grüßen
Jan Donner

Von: GEK Erfurt
Gesendet: Dienstag, 22. November 2005 10:09
An: Jan Donner
Betreff: AW: Antw: Eilige Bitte um Hilfe bei Sauerstoffbeschaffung

Sehr geehrter Herr Donner,
gerne hätte ich im persönlichen Gespräch die bestehenden Probleme mit Ihnen besprochen. Ich konnte Sie jedoch weder über Festnetz noch über Handy erreichen.
Nach den gesetzlichen Richtlinien handelt es sich bei dem benötigten Sauerstoffgerät, deren Auffüllung und dem Zubehör um Hilfsmittel der gesetzlichen Krankenversicherung. Ob dieses Gerät die indizierte medizinische Versorgung ist, muss ein Arzt feststellen.
Der von Ihnen übersandte Arztbericht aus dem Jahr 2000 ist über 5 Jahre alt uns somit keine aktuelle ärztliche Verordnung. In diesem Arztbericht empfiehlt der Oberarzt bereits 2000 diese Versorgung. Hatten Sie von Ihrer damaligen Krankenkasse bereits ein Sauerstoffgerät bekommen?
Die Auswahl eines Arztes bzw. Internisten sollte Ihr Hausarzt vornehmen. Aus Datenschutzgründen existieren keine Arztlisten mit entsprechenden Qualifikationsaussagen der jeweiligen Ärzte. Aus persönlichen Quellen weiß ich, dass Herr Dr. Kirchhöfer , Häßlerstr. 8a aus Erfurt diese Krankheit behandelt. Inwieweit dort Termine möglich sind, müssten Sie bzw. Ihr Hausarzt abklären.
Ebenfalls besteht die Möglichkeit während einer Akutbehandlung im Krankenhaus, die Verordnung von Hilfsmitteln vorzunehmen.

Ohne eine aktuelle ärztliche Verordnung kann durch Ihre Krankenkasse leider keine Versorgung vorgenommen werden. Nur ein Arzt bzw. eine Ärztin kann auf Grund Ihres Fachwissens eine Therapie festlegen und diese auch während der Anwendung unter medizinschen Gesichtspunkten überwachen.
Aus den genannten Gründen bitte ich Sie nochmals, sich mit einem entsprechenden Facharzt in Verbindung zu setzen.
Eine medizinische Beratung ist auch über den GEK-Teledoktor unter 01801-435000 möglich.
Bei weiteren Fragen stehen wir gern zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Vollrodt


GEK Erfurt
Lachsgasse 3
99084 Erfurt

Tel.: 0361/347460
Fax: 0361/3474633
e-Mail erfurt@gek.de
internet: http://www.gek.de

Von: Jan Donner
Gesendet: Mittwoch, 23.11.2005 04:02
An: GEK Erfurt
Betreff: AW: Eilige Bitte um Hilfe bei Sauerstoff

Sehr geehrte Frau Vollrodt,

ich verstehe nicht recht, warum ich Ihnen noch nicht vermitteln konnte, dass ich derzeit keinen Hausarzt habe, weil mir das Aufsuchen einer Praxis zu den Zeiten der Sprechstunden aufgrund der Symptome meiner Erkrankungen nicht möglich ist. Der zu früheren Zeiten übliche Weg, das der Arzt solche Patienten zu Hause aufsucht, wird heute von jedem Arzt aus Kostengründen abgelehnt.

Kann ich also keine Praxis in Bad Berka aufsuchen, so gilt dies umso mehr für einen Arzt in Erfurt.

Meine „Drohung“ bei der nächsten Schmerzattacke einen Notarzt zu rufen konnte ich nicht wahr machen, da ich unter den Attacken die ich seither durchzustehen hatte nicht in der Lage war diesen Notruf zu tätigen.

Sie schrieben:

Nach den gesetzlichen Richtlinien handelt es sich bei dem benötigten Sauerstoffgerät, deren Auffüllung und dem Zubehör um Hilfsmittel der gesetzlichen Krankenversicherung.

Diese Gesetze wurden für komplett andere Indikationen erlassen. Es gibt in Deutschland geschätzte 8 bis 10 Tausend Betroffene mit Episodischem und etwa 50 bis 150 Menschen mit Chronischem Clusterkopfschmerz, hier ist weder Lobby noch Kenntnis zu erwarten und die Fälle müssen „Off-Topic“ betrachtet und individuelle Lösungen gefunden werden.

Ob dieses Gerät die indizierte medizinische Versorgung ist, muss ein Arzt feststellen.

Nicht das Gerät, das Gas in der Flasche !!! Und das wurde festgestellt.

Der von Ihnen übersandte Arztbericht aus dem Jahr 2000 ist über 5 Jahre alt uns somit keine aktuelle ärztliche Verordnung.

Ich bitte Sie nachdrücklich um Konzentration bei Ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit. Der Ihnen übersandte Arztbericht ist vom 29.04.2003 !

Von meiner letzten Untersuchung in Regensburg im April 2004 im Rahmen der dort durchgeführten Forschungen zum Cluster gibt es leider keinen Bericht, kurz danach wechselte Dr. May an die Uni Hamburg. Der Ihnen zugesandte Bericht gibt wieder, dass ich bereits in den Jahren zuvor sämtliche möglichen Behandlungskonzepte erfolglos durchlaufen habe.

In diesem Arztbericht empfiehlt der Oberarzt bereits 2000 diese Versorgung.

In einem anderen Artbericht verordnete ein anderer Chefarzt mir im Jahr 2000 die Versorgung, nachdem ich in 6 Jahren über 40 Ärzte ohne die richtige Diagnose zu bekommen aufgesucht hatte, dieser Oberarzt stellt drei Jahre später fest, das er nichts anderes mehr empfehlen kann.

Hatten Sie von Ihrer damaligen Krankenkasse bereits ein Sauerstoffgerät bekommen?

Die AOK hat mich zunächst über die Firma Dr.Riedel&Dr.Ulrich versorgen lassen, leider haben diese zum Zweck der Gewinnsteigerung ausschließlich 2 Liter Flaschen liefern können, für die ich Einzelrezepte beibringen musste, somit musste ich alle 14 Tage vor einem Arzt sitzen der nur widerwillig diese Rezepte ausschrieb, und nur selten für die teuren Imigran-Spritzen.
Als die Versorgung auch noch teilweise mit tagelanger Verzögerung stattfand und ich neue Inhalationsmasken trotz abgegebenen Rezepts über Monate nicht erhielt, verweigerte ich die weitere Zusammenarbeit mit dieser Firma und besorgte den Sauerstoff selbst über die Firma Tyczka Industriegase (zu einem Drittel des Preises). Die AOK hat die Kosten über eineinhalb Jahre auch ohne Rezept rückerstattet, danach musste ich diese dann selbst tragen.

Da die Intensität der Clusterkopfschmerzattacken seit dem Auftreten der ausgeprägten Anämie zurückging, und der Verdacht bestand das zwischen der Behandlung mit 100% Sauerstoff mehrmals täglich ein Teilzusammenhang mit der geringen Blutbildung bestünde, wurde der Einsatz von Sauerstoff im Oktober 2004 abgesetzt, ich habe die Flasche der Firma Tyczka zurückgegeben.

In meinem Besitz sind nun noch: eine 2 Liter Flasche (leer), ein beschädigter Druckminderer und ein Befeuchter.

Die Auswahl eines Arztes bzw. Internisten sollte Ihr Hausarzt vornehmen. Aus Datenschutzgründen existieren keine Arztlisten mit entsprechenden Qualifikationsaussagen der jeweiligen Ärzte.

Meine Frage ging nicht um die Qualifikation, sondern um die Bereitschaft Hausbesuche zu machen. Sie als Krankenkasse könnten doch wissen, welcher Arzt solche abrechnet, also durchführt.
Ein Internist wäre für meinen Morbus Crohn interessant,
der Clusterkopfschmerz ist Neurologie, bzw. Neuroendokrinologie.

Aus persönlichen Quellen weiß ich, dass Herr Dr. Kirchhöfer , Häßlerstr. 8a aus Erfurt diese Krankheit behandelt.

Welche ?

Inwieweit dort Termine möglich sind, müssten Sie bzw. Ihr Hausarzt abklären.

Siehe oben.

Ebenfalls besteht die Möglichkeit während einer Akutbehandlung im Krankenhaus, die Verordnung von Hilfsmitteln vorzunehmen.

Ich habe eine Stellungnahme der Amtsärztin des Landkreises Weimarer Land aus dem Juni diesen Jahres, in der diese feststellt, dass ich aufgrund der Schwere, Seltenheit und Komplexität der Symptome „nicht Krankenhausfähig“ bin, soll ich Ihnen dieses Schreiben vorlegen?

Ohne eine aktuelle ärztliche Verordnung kann durch Ihre Krankenkasse leider keine Versorgung vorgenommen werden. Nur ein Arzt bzw. eine Ärztin kann auf Grund Ihres Fachwissens eine Therapie festlegen und diese auch während der Anwendung unter medizinschen Gesichtspunkten überwachen.

Kein Kommentar.

Aus den genannten Gründen bitte ich Sie nochmals, sich mit einem entsprechenden Facharzt in Verbindung zu setzen.

Aus den genannten Gründen finde ich das nicht komisch !
Und das erst recht nicht ->

Eine medizinische Beratung ist auch über den GEK-Teledoktor unter 01801-435000 möglich.

Ich frage nochmals: Welcher Arzt macht Hausbesuche?

Eine 10L Flasche könnte ich mir noch mal über die Firma Tyczka besorgen lassen, für den Ersatz des defekten Druckminderers fehlen mir leider die Mittel, weshalb ich Sie leider noch nicht in Ruhe lassen kann.

Sollten Sie dieses Schreiben als gereizt empfinden, bitte ich dies zu entschuldigen. Dies ist aber bei Schmerzpatienten mit dem Gefühl absoluter Hilflosigkeit nicht ungewöhnlich.

Mit freundlichen Grüßen
Jan Donner

Von: GEK Erfurt [mailto:erfurt@gek.de]
Gesendet: Mittwoch, 23. November 2005 14:58
An: jan@donner.com
Betreff: Antw: AW: Eilige Bitte um Hilfe bei Sauerstoff

Sehr geehrter Herr Donner,

in unserem Schreiben vom 22.11.05 haben wir Ihnen mitgeteilt, dass eine Hilfsmittelversorgung nur auf der Grundlage einer ärztlichen Verordnung erfolgen kann.
Für uns ist es nicht nachvollziehbar, warum Sie bei dem von Ihnen beschriebenen Schweregrad Ihrer Erkrankung über mehrere Jahre keinen Hausarzt aufgesucht haben.
Wir empfehlen Ihnen dringend, einen Arzt zu konsultieren, um die weitere Behandlung, einschließlich der Verordnung entsprechender Hilfsmittel,zu veranlassen.

Mit freundlichen Grüßen!

GEK Erfurt
Lachsgasse 3
99084 Erfurt

Tel.: 0361/347460
Fax: 0361/3474633
e-Mail erfurt@gek.de
internet: http://www.gek.de

 

... irgendwann ging es mir dann doch wieder so gut, das ich einen Arzt aufsuchen konnte, ich habe die Krankheitsunkostenversicherung dann natürlich umgehend gewechselt, was aber nicht wirklich zu einer Verbesserung der Flexibilität und Zuwendung geführt hat, leider.

Ganz im Gegenteil: die ausführlich dokumentiere Geschichte der BKK Dr. Oetker Erpressung

 

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