jan.gottwaerts /wortreich /landkrass-leer
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Wenn man Hanf als Medizin benötigt, dann hat man zumindest in Deutschland meist ein wirkliches Problem, aber eigentlich meint das fatalerweise nicht etwa die Krankheit, zu deren Linderung oder Bewältigung man den Hanf benötigt. Grotesk aber real, ein anderes Problem taucht hier vielmehr auf, ein rein blogretisches, ein juristisches nämlich. Hanf ist illegal.
Verbotene Situation:
Feld mit Heil- und Nutzhanf
- aufgenommen unter
einem freiem Himmel
Auch wenn wir lange überwunden haben sollten, aus meist einfälltigen Vorwänden einzelne Details der uns umgebenden Schöpfung für unerwünscht und ausrottungswürdig erklären zu wollen und sämtlichen Umgang mit diesen, ja ihre blosse Existenz, hysterisch zu verhindern zu versuchen, so kann solcher Irrsinn hier doch immer noch formulierte Gestalt annehmen, große Gruppen befallen und sogar eine Dynamik entwickeln, die den Anschein einiger (theoretischer) Mächtigkeit zu erwecken vermag.
> Wann und warum wurde Hanf verboten ?

Ich will nicht lang darauf eingehen das dies aber durchaus wieder zu neuen realen Symptomen werden kann, die Hanf als Medizin erforderlich machen (oder als Strick, um daran in endgültigem bürgerlichen Ungehorsam abzuhängen), denn der gesunde - und erst recht der kranke - Mensch veträgt nur eine gewisse Dosis lauter Dummheit die ihn offensiv betrifft. Ich will hier auch nicht erklären warum ich mir erlaube ein Verbot zu ignorieren und weswegen, bzw. wo gegen ich Hanf in hohen Dosen einnehme, denn das erliest sich eh indirekt aus der nachfolgenden Dokumentation und ist auch an anderer Stelle auf dieser Homepage ausführlich dargestellt.

Die "Sache" begann, als ich mit Frau und Kindern über Weihnachten 2003 meine Eltern besuchte. Mein mitgenommener Vorrat an - von Notstandsprofiteuren aus der Schweiz herangeschmuggelten - Hanfblüten war für etwa eine Woche bemessen und so brachte mich die Entscheidung den Besuch bis ins neue Jahr auszudehnen in eine logistische Verlegenheit. Würde ich noch so wie früher Opioide, Neuroleptika und Psychopharmaka der Baseler Chemieanbieter nehmen, dann hätte ich in die nächste Apotheke laufen können, sogar mitten in der Nacht. Aber auch wenn es mir trotz der ganz anderen Wirkstoff- und Nebenerscheinungsklasse besser helfen kann, für dieses Naturprodukt müsste ich zum Hauptbahnhof, um dort nach dubiosen Gestalten zu suchen, um dann bestrafbar zu horrenden Preisen zu erwerben, was Gott eigentlich für gratis in den Wald stellen wollte, wenn´s ihm 'DuPont™' noch erlauben würde - das ist schon irgendwie komisch, aber leider nicht lustig.

Da 'ignorieren und verzichten' in keiner Weise über die Grundbenötigungsursache hinweg hilft und für mich keine Alternative darstellt, hatte ich die Wahl nun entweder 400km nach hause zu reisen, zu meinem nicht-dubiosen, altbekannten Schwarzmarkthändler, oder 150km in das liberalere Holland, wo es dieses Gewächs auch ohne medizinische Notwendigkeit geben darf, wenn auch nur geduldet.

In der Nacht auf den 28. Dezember 2003 verbrauchte ich den Rest aus meiner zweckendfremdeten Ludwig-Erhardt-Zigarren-Kiste, es war trotzdem eine lange und harte Nacht, aber Genaues hierzu ist mit Worten nicht vermittelbar (Filmtip: 'Pi - the Movie') etwa gegen vier Uhr liess ich das letzte 'Gras' beim Aushalten der Wahrnehmungen, die meinem Bewusstsein zugeteilt sind, und der Reflexion über mögliche Gründe oder Zwecke dieser (meiner) Realität, in Rauch aufgehen. Nach vier Stunden Weiter-Aushalten, nun ohne die Möglichkeit meine Aufmerksamkeit mit 'Mary Jay's' Hilfe zu bündeln und dann von den Schmerzen etwas wegzulenken, konnte ich gegen acht Uhr morgens endlich Ruhe finden und beendete den Tag, wie so oft, zwischen Dankbarkeit für meine "Unnormalität" und Fluch über deren zermürbende Ausprägung. Ich schlief bis in den Nachmittag.

Schon auf der hinwärtigen Überquerung der (rein theoretischen und nicht geowissenschaftlich nachweisbaren) Grenze, sah ich sie am Strassenrand der Gegenfahrbahn lungern: zwei den einfliessenden Verkehr auf Schlüsselreize fokussiert beobachtende Zollmänner im VW Transporter, ich kannte solche aus diversen Reality-TV Reportagen, und wusste im Bauch bereits, dass diese dort irgendetwas mit mir zu tun haben würden, obwohl ich natürlich noch tunlichst hoffte, dass sie einem anderen Reiz nachhetzen können, bevor ich an ihnen vorbei zurück müsste.

Winschoten liegt nur wenige Kilometer hinter dieser 'Grenze'. Nah an der Nordsee. Ich war noch nie länger dort, ehrlich gesagt überhaupt erst einmal zuvor, aber das Städtchen 'fühlt sich gut an' und es gibt direkt in der zentralen Einkaufsmeile für Fußgänger nicht einen, sondern fünf sogenannte Coffeeshops. Ich war in diesem und tauschte einige € gegen Hanfblüten, die wegen meines Fahrtziels dick und fest in Klebeband gewickelt wurden, um der verräterischen ätherischen Dominanz dieser Pflanze einen gewissen Einhalt zu bieten. Ich überlegte kurz ob ich den Wegelagerern mehr Gelegenheit geben sollte doch noch zur Vernunft zu kommen und sich ganz spontan eine ehrliche produktive Erwerbstätigkeit zu suchen, indem ich mein kurzes Touristsein mit einem Milchkaffee und einem visuellen Studium Holländischer Menschen etwas Stil und Genuss verleihen würde, ein Viertelstündchen würde wohl schon genügen, aber irgendetwas trieb mich zurück auf die Strasse, sodass ich im ganzen wohl nicht mehr als 40 Minuten im 'Ausland' war.

'Hätte, wäre, wenn' - ich legte das Päckchen ins Handschuhfach und fuhr - fast wie in der Eile eines Verabredeten - in Richtung Osten zurück. Ja, sie waren noch da, mein Herz fing an seinen Takt zu erhöhen, das Fernlcht des schräg zur Fahrbahn stehenden Transporters erhellte für einen Sekundenbruchteil den ganzen Wagen, ich versuchte die beiden einfach ganz unbeteiligt wegzuignorieren, und mich gleich mit; aber ich dachte ja selbst: eine Person, grenzfernes Kennzeichen... Narrhalla-marsch !

Natürlich brachte der Blick in den Rückspiegel die Bestätigung - ich war dran. Sie setzten ihren Transporter in Bewegung. Ich bekam diese stechend, pulsierenden Schmerzen in den Nieren, wie sie immer auftreten, wenn ich in irgendeiner Weise mit Gewalt konfrontiert bin, und sei es nur Staatsgewalt, die in die Verfolgung geht. Ich versuchte ruhig zu bleiben. Dachte immer wieder das Wort mit 'Sch...' und hätte gleich rechts ran fahren sollen, um es hinter mich zu bringen. Ich fuhr weiter, als würde ich hoffen ich könne sie abhängen. Aber der Abfang hat System und genau im 'Ems-Tunnel' wird man ganz gelassen überholt, kann 'Follow me' in der Anzeigetafel blinken sehen und blinkt dann unverzüglich selbst, denn direkt am Ende des Tunnels ist die Ausfahrt Leer, ich versuchte auf den wenigen Metern ausserhalb der großzügigen Tunnelbeleuchtung ganz souverän und unsichtbar in das Handschuhfach zu greifen und öffnete das Beifahrerfenster. Ich sah meine Chance in den optischen Winkelgesetzen und hoffte das der Wurf unter dem schwarzen Himmel in den Radius der Ausfahrt nicht in den Rückspiegeln des Zollfahrzeugs stattfinden würde, und ich dann später vielleicht einfach etwas suchen müsste. Doch es folgte der nächste Schreck - es ging sofort rechts auf den hellerleuchteten Parkplatz der Autobahnpolizei. Nochmal: 'Sch...!'

Der eine Fensterheber schob gerade eben noch die rechte Scheibe in ihre Gummifuge zurück, da musste der andere Heber die linke senken, denn ein bärtiger Uniformträger neigte sich bereits hoch interessiert zu mir heran. Ich klappte das Handschuhfach unauffällig zu, veruchte mein Herz herunter zu schlucken und begann das Gespräch über den Zweck meiner Reise (ich log, obwohl ich in jeder *normalen Welt* zu meiner "Tat" stehen könnte), über meinen Mangel an Gepäck (ich hatte ja keine kriminelle Absicht, und dachte daher nicht an die Tarnung), und darüber, dass ich von den drei lebenswichtigen Dokumenten nur den Bundespersonalausweis mitführte (und auch das nur mit Unlust). Das Auto wurde von einem 'Kollegen' bis in die letzten Intimitäten von Schaltknüppelmanschette, Kofferrauminnenverkleidung und Tank professionell inspiziert, während der Bärtige mit mir in das Foyer des Polizeireviers ging, wo er mit meiner Person ganz ähnliches vorhatte. Man sagte mir nichts, aber wahrscheinlich war man auf der gezielten Suche nach BTM (BeTäubungsMitteln), wozu in deren vorschriftsdoktrierten Weltbild auch Bewusstseinserweiternde Stoffe zählen, und angesichts der Umstände und des Aspekts meiner langhaarigen Erscheinung (immer noch in 'deren' Welt- und Bewertungsbild) auch verständlich oder mit etwas Empathie wenigstens auf hypothetischer Basis nachvollziehbar.

Wir wissen ja nun bereits, dass da nichts mehr zu finden war, und es gab der ganzen grotesken Situation eine weitere humoreske Würze, dass das Gesuchte ja in nur etwa 100 Metern Entfernung am dunklen Wiesenrand der Ausfahrtkurve lag (Lageplan sehen). Früher als ich Geld noch ein- und ausschaufeln konnte, da hätte ich drauf gesc***n, wäre zurückgefahren und hätte neues gekauft, dort auf der Wiese lag aber der Eintausch der letzten Geldressource, die der Haushaltskasse bis zum Jahresende zur Verfügung gestanden hatte, so hoffte ich immer noch, das Gott irgendeinen witzigen Plan bezüglich der Wiederbringung meiner Medizin hätte.

Die Hausherren der Wache, in die der Zoll mit mir vor der Kälte geflüchtet war hatten etwas anderes - ob es nun Langeweile oder Diensteifer und ein dem des Zolls sehr ähnliches Verdächtigenraster waren ist Makulatur - einer wirkte nun direkt im Geschehen mit und hielt es für eine ganz tolle Idee einen Teststreifen in meine Puller halten zu wollen, die ich dafür in einen Becher füllen sollte. Unerwähnt blieb leider, dass ich die Teilnahme an diesem obszönen Ritual auch hätte unterlassen können, und so tat ich wie von mir verlangt wurde, schliesslich hatte hier jeder ausser mir eine Pistole am Gürtel. Ich konnte erst nicht, bekam dann einen zweiten, baugleichen Becher um etwas Leitungswasser daraus zu trinken. Während ich versuchte etwas testbaren Urin in mir zusammen und dann heraus zu bekommen, dachte ich daran das Hanfkonsumabbaustoffe monatelang im Urin und wochenlang im Blut nachweisbar sind, wenn der Konsum nur regelmässig genug ist. Es war Zeit meine Krankheiten und die Schwerbehinderung zu erwähnen, brachte dies aber nicht in offenen Zusammenhang mit dem nun als positiv verkündeten 'Drogenschnelltests'. Der Zoll verabschiedete sich nunmehr kurz und bündig und einer der Autobahnverkehrspolizisten führte mich in sein Zimmer, das ihn schnell als Spezialisten auf diesem Gebiet erscheinen lassen sollte, eine ganze Sammlung von Wasserpfeifen auf dem Regal, Joint-Papers aller Sorten (wie man sie aber auch in mindestens ebenso üppiger Pallette an jeder Tankstelle von Kiel bis Koblenz bekommt) und das Plakat zu Stefan Raab´s 'Wir-kiffen!'-Lied, das den Prominenten - für den der es nicht kennt - schwarzweiß im Stil eines Arrestantenfotos zeigt, mit Joint im Mund.

Das ich meinen Urin für mich hätte behalten können wusste ich nicht, dass ich mich nicht zu dem nun entstandenen Vorwurf äussern musste, dass wusste ich, so sagte ich dem Beamten er könne erst einmal überall Striche machen in seinem mehrseitigen Formular. Er sagte das käme ihm entgegen. Inzwischen traf ein Arzt ein, der mir mit der dicken Strafkanüle Blut aus dem Arm zog, mich noch in den Flur und zurück laufen und mich meine Fingerspitzen mit geschlossenen Augen an meine Nase führen lies, worauf er auch ein Formular ausfüllte und wieder verschwand. Dann wurde mir noch die Weiterfahrt für acht Stunden 'ab Aufgreifen' verboten, was demnach bis 04:05 Uhr gelten sollte. Damit war die Show erstmal beendet und ich stand mit einem Mal in fremder Landschaft, eisiger Wind wehte. Ich dachte: 'Leer!' Und nun? Ich hätte zu Fuss die etwa 10km nach Leer selbst laufen oder mir ein Taxi bestellen können, eine Pension suchen, oder 04:05 im Auto auf dem Parkplatz vor der Wache erwarten. Sieben Stunden sass ich also da, die üblichen Leiden der Nacht waren Gott-sei-Dank in jener nicht 'normal' ausgeprägt, eventuell wegen des besonderen Stoffwechsels, der die Ereignisse begleitet hatte, ich war immer noch voller Adrenalin. Manchmal zappte ich durchs Radio, hörte holländische Sender und sehnte mich nach einem Ausweis jenes Landes, statt 'meines'. Ich dachte auch immer wieder an das Päckchen, das dort lag, dachte sie würden eventuell nur darauf warten, dass ich es suchen würde, der frischen Tat wegen. Erst jetzt fiel mir auf das sich keiner der Beteiligten vorgestellt hat, nicht die Zöllner, nicht die Schupos und nicht der direkt gegen den Hippokratischen Eid handelnde Medicus, alle betrachteten offensichtlich mich und auch sich während des Handelns nach ihren Vorschriften nicht als Personen, wir waren wie Kugeln auf einem Pool-Tisch, und der Anstoss einer höheren Macht brachte uns ins Rollen, in Berührung. Er änderte unsere Wege. Meine höhere Gewalt, die den Anstoss für mein Denken und Handeln gibt, ist das Leben. Ihre das schriftgewordene Gegenteil, so wage ich mich zu spekulieren. Die Stunden waren lang, aber wenn man das denken erst einmal beherscht ist kein Moment mehr inhaltslos. Wie die Geschichte an jenem Abend weiterging, das soll an anderer Stelle zu anderer Zeit erzählt sein. Mit der Frage, wozu dies alles so auffällig zufällig geschah kann ich mich weiterhin beschäftigen, denn wie zuvor erwähnt, begann dadurch eine "Sache" zu existieren. Knapp einen Monat später bekam ich rückbezügliche Post:

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Nachträglich kommen nun also zumindest Nachnamen ins Spiel, aber zwei, der Polizist, der kurz mal in den Türrahmen lehnte ohne das Zimmer zu betreten, war durch diesen einen Blick wohl auch voll bezeugungsfähig geworden, oder ist der erwähnte zweite Zeuge der dritte Anwesende, der hinter einer Scheibe im Fernsehen nach dem Rechten gesehen hatte und später noch einmal abnickte als ich auf die Gästetoilette ging, die mir ja vom Urintest bekannt war, anstatt schonwieder in die Revierbüsche am Parkplatz zu pinkeln, denn der Wind war wirklich eisig in dieser Nacht in Friesland... wie auch immer, jetzt muss ich mich wohl doch äussern und anfangen zu erklären. Und das innerhalb der Frist:

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Weiterführende Informationen findet man heutzutage nicht nur mit Leichtigkeit, sondern z.b. auch mit Google, wenn man denn weiterführende Informationen will, z.B. über:

 

  - Chronischer Clusterkopfschmerz (Bing-Horton-Syndrom)
  - Restless- Legs-(and-Arms!)-Syndrom (RLS)
  - Morbus Crohn (Crohn´sche Erkrankung)
  - Komorbidität chronische Schmerzen und Depression
  - Dr. med. Franjo Grotenhermen 'Hanf als Medizin' AT Verlag ISBN: 3-85502-944-X

Aber Huuuch !  Ich hab die Frist eingehalten, dass heisst aber nicht, das auch die Behörde sich an die Frist hält und z.B. deren Ablauf abwartet, bevor weiteres geschieht.
Die meisten scheinen die Gelegenheit sich zu äussern nicht zu nutzen, oder haben keinen Medizinischen Grund für den Hanfkonsum (hier könnte man dann auch von Hanfgenuss sprechen) oder sie waren zum Zeitpunkt der Verkehrsteilnahme wirklich 'bekifft' (ob sich das nun auf die Fahrtüchtigkeit negativ auswirkt oder nicht, Strafe müsste dann sein, oder) das war hier aber nicht der Fall, ich habe geantwortet, bekam aber schon mal dies:

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Na dann: kuppeln, Rechtsmittel einlegen, und mit Schwung in die Debatte(n):

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Etwas anderes war eigentlich nicht wirklich zu erwarten, aber hauptsächlich kommt mir eine neue Theorie, warum der unangeforderte Bussgeldbescheid vor Ablauf der Einspruchsfrist in Rechnung gestellt wurde. Der Landrat braucht die Mittel um die Schieflage in der Ausstattung seiner Straßenverkehrsamtsbearbeiter zu bekämpfen: die eine hat eine supertolle Maschine, die sogar ununterschreibbare Bescheide erstellen kann und ein Unterbeauftragtes, das wiederum leider nur eine alte Reiseschreibmaschine und nicht einmal einen Vornamen zur Verfügung hat, was die geschlechtliche Zuordnung und eine korrekte respektvolle Anrede schwierig macht:

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Man antwortet mir prompt:

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Da ich mich natürlich aufgrund des 'Sachzwangs' mittlerweile kurz mit diesem, mich nun betreffenden, Paragraphen beschäftigt hatte, musste ich diesen Brief gleich mehrmals lesen, immer wieder, und fing an mich zu wundern. Liest man dort, was der Postbote bringt, oder übernimmt man nur das Datum des Anschreibens, setzt noch willkürlich 'erhalten gestern' dazu und will ansonsten nichts zulassen, ausser das die Busse nun bezahlt wird. Das tippen auf dem ollen Ding wird wohl immer mühsehliger, das, wie auch dieser Widersprecher, muss auf jeden Fall bald vom Schreibtisch! Der Verdacht drängt sich mir auf. Leider muss ich als Psychologisch-Fach-Belesener hier auch die ersten Anzeichen einer Persönlichkeitsstörung bemerken, und ich meine damit nicht nur die Selbstreduktion auf den objektiv aussagelosen Begriff 'Rüst', es geht mehr um die offensichtlich vorliegende Besessenheits-Fixation ('Ich handele im Auftrag einer höheren Macht'). Unter diesen Umständen musste ich innerhalb der folgenden Antwort die ersten dezenten Therapieversuche einleiten, in gleichem Masse in dem meine Aussagen ignoriert wurden, begann ich auf die unpersönliche Art der Kommunikation einzugehen:

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Jetzt war ich sehr gespannt, voll bedingungsloser Liebe und Optimismus, aber:

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Und das hatte ich dann doch nicht einkalkuliert. Frau Engling meldet sich mittels Ihrer Maschine zur Erstellung ununterschreibbarer Bescheide. Aber kein Wort zur Sache. So kann das nicht weitergehen, und da ich ganz genau weiß, das die Bescheidmaschine, die so schwerwiegende Briefe machen kann, auch nur genau so ein Computer ist wie er hier bei mir steht (eher ein 'Kleinerer') kann ich wohl auch anders, nämlich genauso wie die, und so werde ich "sie" hier auch in Zukunft nicht Großschreiben und kein Autogramm mehr geben und mal wieder ausgerechnet den Paragraphen nachschlagen, auf den sich hier angeblich zu Recht berufen wird:

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Oft bekommt man schnell gezeigt das urteilende Meinungen vorab zu bilden nicht sehr sinnvoll ist, man muss sich dann allzumeist enttäuschen lassen. Und auch hier war der maschinelle Satz dann doch noch nicht der Letzte. Man dachte doch noch einen qualifizierten Paragraphenrezitierer aufgetrieben zu haben, aber dieser ist mit Wissen eventuell schon ganz und gar voll, so kann auch er neue Informationen - wie die aus meinen liebevoll erstellten Briefen - nicht mehr in sich aufnehmen. Aber diesmal immerhin mit Fussnötchen zu den Gesetzesquellen. Vorbildlich!

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Also nochmal für den ungläubigen Herrn Thomas Stamm:

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Noch bevor Frau Engling reagiert, vor einer Antwort von Herrn Stamm, kam dies:

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Wenn ich mal davon ausgehe, dass "in Bußgeldsachen", wie die Richterin hier bezeichnet wird nicht den Namen dieser meint, dann müßte ich mir die gute Frau wohl ungefähr so vorstellen dürfen:

... aber wollen wir uns nicht zu weit in die Albernheit flüchten, - nach etwas Zeit, die ich zum Kampf an anderen Wahnsinnsfronten verwenden musste, ich wieder:

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Wenn man nun denkt, dass dieses Schreiben einen unmißverständlichen Antrag auf Einstellung des Verfahrens dargestellt hätte, dann irrt man wohl wie ich es tu´:

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Ich bewundere die Würde des Gerichts, die sich hier vor allem in der Gesamtgestaltung mit angelegten Ausfertigungen nach maschinellen Deckblättern... respect maximum.
Aber bemängeln möchte ich, dass mein eigentlicher Wunsch und das Hauptthema meines Antrags wieder irgendwie übersehen wurden. Statt dessen darf ich als Betroffener nun darauf verzichten an der Veranstaltung teilzunehmen... es bleibt ein Pointentausch...
Und überhaupt - der Termin ist 11:40h - ohne mich ist eine höhere Chance auf eine pünktliche Mittagspause...

Wie wir ja schon wissen ist Deutsch eine so verdammt schwierige Sprache, Nachsicht also auch, wenn die Ausfertigung nicht ganz das transportiert was das Gericht wohl mitzuteilen wünschte. Denn obwohl es natürlich richtig ist, dass die Anwesenheit des (garnicht existenten) Antrags (!) bei der Verhandlung zur Aufklärung des Sachverhaltes nicht beitragen würde und bei der Aufklärung deshalb entbehrlich wäre, ... der Antrag wohlgemerkt, den´s nicht gibt... Ich allerdings emfinde mich persönlich nun nur um so mehr als der Einzige, der hier nicht im Unklaren fischt, oder im Küstennebel, und der deshalb bei der Aufklärung nützlich wäre, - wenn denn da Eingänge wären, durch die man in die Leere rufen könnte: "Gebt Frieden Ihr Friesen !"

Und weil mir ja alles auffällt: eigentlich ist das Wappen Niedersachsens ein stolz springendes Ross, aber auch in diesem überwiegend flachen Land scheints derzeit eher bergab zu gehen. Auch beim Stempeln kann man sich Mühe geben, oder man ist Profi.

Ich dachte zunächst das da bestimmt noch etwas kommt, man konnte den Inhalt doch nicht so sehr mißverstehen, es kam aber nichts mehr. Also reagierte ich zur Sicherheit noch einmal bevor man dort zur Sitzung in die schwarzen Hausmäntel schlüpfte.

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Und damit diese schönen Anträge in Leer nicht wieder eventuell mit der leeren Rückseite zu oberst abgelegt und dadurch eventuell übersehen werden könnten habe ich von jedem einzelnen Blatt eine Kopie gemacht, und zwar direkt auf seiner jeweiligen Rückseite findet man die Anträge mit dem Vermerk "Sicherheitskopie" noch einmal.

Aber als wäre es zu ahnen gewesen: statt auf mein Geschriebenes oder die konkreten Anträge einzugehen möchte mich das Amtsgericht viel lieber verurteilen und tut´s auch:

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Mein lieber Herr Gesangsverein. Zu welchem Urteil im Namen des gesunden Verstandes kann man hier noch kommen, und wann verdammt hat das Volk all diese Blinsen mit seinem Namen bewaffnet, spinnt das Volk denn ?

Aber zum Trost sind hier gleich drei schöne Fundstücke von meiner sofort aus Frust durchgeführten Netzrecherche zum Thema "Amtsgericht Leer":

 
90% der verfolgten Straftaten am Amtsgericht Leer
sind Verstöße gegen das BtMG
http://www.nibis.ni.schule.de/~rs-leer/zisch/zisch01c.htm
(Handlungen werden bekanntermassen durch Wiederholung zu Routinen, ja Automatismen. Inwiefern gilt dies auch für Ver-Handlungen?)
 
Die irren sich manchmal noch gröber:
http://www.pickelfrei.de

Leider werde ich mich wohl nicht trauen meine Antwort mit dieser oder einer ähnlich hübschen Vogelmarke zu siegeln, könnte ja falsch aufgefasst werden ... und weil die Frist so kurz ist: lieber per Fax ...

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Jetzt die Leerer wieder mit was ganz faszinosem: Beschwerden über Urteile werden dort von den selben Richtern und Rinnen bearbeitet, die auch das beschwerte Urteil geurteilt haben (vielleicht weil die den Fall genau kennen) da aber nur wenige über sich selbst objektive Ansichten haben, ist anzunehmen, dass eine solche Situation einen für den Beschwerer negativen Beschluss produziert ...

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... das geht doch selbst auf schwarzbunte Kuhhäute langsam nicht mehr drauf, oder ?

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Und siehe da, beim Schlüsselwort 'Rechtsbeugung' horcht gleich eine neue Partei auf und möchte sich helfend am Vefahren beteiligen ... leider hilft man aber nicht mir:

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Irgendwie kommt es mir sinnlos vor hierauf einzugehen und ich bin es leid immer neue Amtmänner und -frauen in einer Stadt, die es als eine der ersten nicht mehr geben wird wenn bald der Meeresspiegel steigt (ich beginne darüber froh zu sein und dies als letzten Erlösungsweg zu ersehnen) wieder und wieder zu bitten besser zu lesen bevor sie handeln, richten, schreiben oder denken, was hier im Zusammhang ja völlig unmöglich scheint. Und es ist mir auch nicht wichtig genug um meine Vermutungen darüber zu protokollieren warum wohl die G-Richtsroben in Farbe und Schnitt sehr dem Federkleid einer gewissen Vogelart ähneln, die sich untereinander bekanntlich keine Augen aushackt ... man sieht sich untereinander öfter als mich. Und das Frau Aupke gekerkert oder weniger schlimm bestraft werden soll, das will ich ja gar nicht, denn sie war ja doch wohl nicht aus Bosheit so oberflächlich. Wie wir wohl inzwischen alle gemerkt haben ist das wohl eher ein lokaler Wesenszug. Ich möchte nur endlich meinem Alltag nachgehen und Leer vergessen ... Ich weiß der Arm des Gesetzes ist lang, aber seine Leitung ist ja noch viel, viel länger ...

Und ausserdem kehrt man jetzt zum Thema meiner Bestrafung zurück:

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Moment nochmal

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Denkste, man würzt nach und zieht die Verbindlichkeit an

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Ich werde nun wohl Asyl in der Schweiz beantragen müssen...

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Ein letzter Versuch kommunikativ zu denen durchzudringen...

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Gescheitert !
Aber nun rollt die Staatsgewalt mit der Vollstreckung an. Am Sylvesterabend klingelt es an der Tür, davor steht ein 3-Sterne-Pullover-tragender Beamter fortgeschrittenen Alters und möchte den Führerschein gleich mitnehmen, ... und zwar meinen, ... ich gebe das Plastikkärtchen ohne weiteres Zögern heraus und nehme mir vor, in den nächsten Tagen mal zur Wache zu spazieren und die angekündigte Gegenanzeige zu erstatten. Obwohl die Wahrscheinlichkeit das dies wirklich passiert nicht allzu hoch ist, denn ich möchte wirklich keine grö0eren Energien mehr in diese nervende Sache investieren.

 
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Witzig ist dann aber nochmal das Beiblatt, in dem mir wieder ganz einfach gemacht wird doch auf Einspruch und Gegenwehr zu verzichten... was soll das denn immer ?

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Trotz des deutlich ausgebliebenen Erfolges wird die vorangegangene Drohung - natürlich ohne in irgendeiner Art auf meine Antwort vom 10.12. einzugehen - einfach noch einmal wiederholt. Mich in gleicher Art zu wiederholen kommt mir unsinnig vor, weswegen ich das Erwiedern für die nächste Zeit erstmal einstelle und schau was die sich Neues ausdenken.

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Ich will nicht mehr, ich schreib´ nix mehr !!!

 
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Jetzt also sollen endgültig die Entführermethoden zur Anwendung kommen, jetzt muss ich also wohl doch die Gegenmaßnahmen wieder verschärfen, ... oder endlich Asyl im Ausland suchen... wenn ich nicht irgendwie der Überzeugung wäre, dass ich in jedem anderen 'Staat' ähnliche Zustände und ähnlich groteske Vorgänge wiederfinden würde ...

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Jetzt macht die nächste lustige Truppe mit und findet das auch alles so richtig ...

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Und ich dachte immer das würde sich so aufteilen:

 
Seegericht Luftgericht Landgericht
 
( Alle Gerichte auch außer Haus )

 
... aber so langsam, so ganz langsam ist das nicht mehr witzig. Aber soll das etwa schon Grund genug sein die Geschichte ernst zu nehmen, das wäre ja doch fatalistisch.
 
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Ich Schelm hatte natürlich gleich eine humoreske Antwortidee: "...sehe ich mich durch Ihr Schreiben zur Flucht genötigt. Sie brauchen aber auf keinen Fall in Santiago de Chile, Avenida Herenos 37c, Apartamento 7 nach mir zu suchen ,..." aber während die Auricher das gleiche Dokument am 28. April noch einmal verfassten und schickten, entschloss ich mich meiner Verhaftung doch lieber einen sachlicheren Riegel vorzuschieben.

 
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Eine Randanekdote ist, dass ich mich einige Monate zuvor privat um eine Untersuchung durch die Amtsärztin bemüht hatte, damit ich eine Dokumentation des Verlaufs meiner Krankheiten in besiegelter Form besäße. Leider war das damals abgelehnt worden, da amtsärztlichen Untersuchungen immer ein amtliches Interesse zugrunde liegen muss... na das hatten wir ja jetzt. Nach ein paar Schwierigkeiten und einer Androhung meiner zwangsweisen Vorführung durch Polizei schaffte ich es mich nach Apolda zu schleppen.

 
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Im Gespräch mit der Amtsärztin war auch meine Selbstmedikation mit Cannabis ein Thema, dem viel Verständnis entgegengebracht wurde. Es wurde anerkannt das ich mir einen Rahmen und Methoden erarbeitet habe um mit meinen doch recht unangenehmen Behinderungen zu leben und das mir da auch niemand hineinzureden habe. Leider floss das nicht so detailiert in den Text des Gutachtens ein, das hätte in dieser Sache und vielleicht auch bei dem zugrunde liegenden Versorgungsproblem vielleicht geholfen.
Ohne weitere Kommentare aus Friesland kam dann von der hiesigen GVin dies:

 
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Wenn Du nicht zahlst, dann Manig (sprich: mahn´ ich), ... aber bei dieser Frau die nun das Leerer Gericht voll ziehen soll habe ich schon vor 5 Jahren eine Eidesstattliche Geldlosversicherung abgeschlossen. So könnte ich jetzt entweder für die nächsten 30 Jahre das Verfahren in diesem Zustand ruhen lassen, oder aber das Urteil bei der nächsthöheren Instanz beklagen...

Du kannst jetzt mit abstimmen

Ruhen

Klagen

 
:... will

end

soon

!

?!

!